Die CDU will zuhören. Mit einer „Zuhör-Tour“ durch Deutschland starten wir in die Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms.

26.04.2018

Die CDU will zuhören. Mit einer „Zuhör-Tour“ durch Deutschland starten wir in die Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms.

Die CDU will zuhören. Mit einer „Zuhör-Tour“ durch Deutschland starten wir in die Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms. Nicht wenige fragen sich, warum? Was bitte ist am Zuhören denn so besonders, dass wir es extra betonen müssen?

Ich habe „Zuhören“ gerade einmal gegoogelt. Es ist erstaunlich wie viele Einträge es dazu gibt.  Anscheinend ist Zuhören komplizierter, als wir uns das vorstellen.

Es gibt mittlerweile unzählige Ratgeber zum „richtigen Zuhören“. Dort ist zu lesen, dass es nicht mit dem einfachen hören getan ist, schon gar nicht, wenn das Gesagte „zum einen Ohr rein und zum anderen raus“ geht. Der Vorgang ist komplexer. Denn oft verbirgt sich hinter dem, was gesagt wird, etwas anderes, ist nicht nur der Inhalt des Gesagten wichtig, sondern auch die Art wie es ausgedrückt wird.

Den CDU-Mitgliedern zuzuhören bedeutet für mich, ihre Haltungen und Positionen besser verstehen zu lernen, mich in ihre verschiedenen Lebenswirklichkeiten hinein zu versetzen und dabei meine eigenen Auffassungen immer wieder auch kritisch zu hinterfragen. Zuhören erfordert Zeit, erfordert die Bereitschaft, sich auf sein Gegenüber einzulassen, einander verstehen zu wollen, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist.

Zuhören kann man nicht wirklich, wenn man glaubt schon zu wissen, was der andere sagt - oder noch schlimmer, dass er nichts zu sagen habe. Demokratie und Volksparteien brauchen Respekt und Achtung vor unterschiedlichen Auffassungen.

Deshalb ist Zuhören elementar wichtig. Je besser und genauer man es tut, umso besser kann die Diskussion und umso tragfähiger kann die Lösung sein.
Unser gemeinsames Ziel ist ein CDU Programm, das auch bei sich rasant verändernden Bedingungen für die Zukunft trägt und taugt. Das gelingt nur, wenn ein solches Programm von unseren Mitgliedern getragen wird. Dazu muss es von ihnen erarbeitet werden und dazu müssen wir uns um die Fragen kümmern, die unseren Mitgliedern unter den Nägeln brennen.

Das sei selbstverständlich, meinen jetzt die einen, naiv, die anderen. Ich halte es weder für das eine noch das andere. Für mich ist mangelndes Zuhören einer der Gründe, die heute für eine gewisse Form der Sprachlosigkeit oder des aneinander Vorbeiredens zwischen Parteiführung und Mitgliedern, Wählern und Gewählten stehen.

Wenn die CDU auch in Zukunft als eine lebendige und starke Volkspartei der Mitte für viele unterschiedliche Menschen Politik im Interesse und zum Wohle der Menschen in unserem Land gestalten will, dann muss sie ihren Beitrag zum Überwinden der Sprachbarrieren leisten.

Die Zuhör-Tour der CDU bietet dazu die richtige Gelegenheit. Ich freue mich darauf.